Samurai gegen chinesische Armee – 4 Kriege zwischen Japan und China

Japan gegen China

Inhaltsverzeichnis

China und Japan waren traditionsgemäß enge Partner und zusammen mit Korea Verbündete.
Doch zwischen den Nationen gab es auch große Auseinandersetzungen und sogar Kriege.
Dabei war hauptsächlich Japan die Macht, die Ihren Einfluss vergrößern wollte. Korea hatte als geografischer Puffer und kleinstes der drei Länder leider oft das Nachsehen und wurde in die Streitigkeiten zwischen Japan und China hinein gezogen.

Mongolische Invasion in Japan 1274 -1281 von China aus

In dieser Zeit hatten die Mongolen China erobert und die Yuan Dynastie in China gegründet. Der Angriff auf Japan wird “mongolische Invasion” genannt. Tatsächlich war es aber die chinesische Yuan Dynastie, die nur Ihre Wurzeln in der Mongolei hat. Herrscher in China war Kublai Khan ein Enkel des berüchtigten Dschingis Khan.
Die mongolische Expansion endete aber nicht in China. In Europa gab es Eroberungs-Züge der Mongolen mit großen Erfolgen. Aber auch Asien sollten weitere Gebiete erobert werden.
Die Yuan Dynastie nahm auch Kontakt nach Japan auf. In Japan gab es zu dieser Zeit innere Konflikte und eine Antwort auf die mongolische Kontaktaufnahmen blieb aus.
Angeblich beruhten die zwei Invasionen in Japan auf der Verärgerung über diese Arroganz. Ob dies tatsächlich die Ursache war oder von Anfang das Ziel bestand Japan anzugreifen lässt sich heute nicht mehr klären.
Dieser Krieg zwischen den Mongolen (China) und Japan wird in zwei Abschnitte unterteilt.

Erste mongolisch Invasion 1274

Den ersten Angriff unternahmen die Mongolen im Jahre 1274 mit Schiffen von Korea aus nach Japan. Anfänglich gab es auch schnelle Erfolge und die ersten japanischen Inseln wurden geradezu überrannt. Auf diesen Geschehnissen beruht auch das beliebte Computerspiel “Ghost of Tsushima”.
Die Samurai Kämpfer in Japan waren den mongolischen Taktiken klar unterlegen. Auf der japanischen Hauptinsel war der Widerstand aber wesentlich größer und die Fortschritte der mongolischen Invasionsarmee verlangsamten sich.
Schließlich folgte ein Rückzug der mongolischen Truppen, weil der Nachschub gefährdet war und nur wenige neue Gebiete zur Versorgung erobert wurden.
Beim Rückzug auf die Schiffe wurde ein Großteil der Flotte der Legende nach von einem Tsunami zerstört. Dies führten die Japaner auf die Gebete der Shinto-Priester zurück und die Religion bekam dadurch einen Schub in Japan.

Zweite mongolisch Invasion 1281

Im Jahr 1281 unternahmen die mongolischen Truppen einen zweiten Invasionsversuch. Die japanischen Kämpfer hatten aber aus der ersten Invasion gelernt und ihre Kampf-Strategien verbessert.
Der Invasionsversuch konnte deshalb vergleichsweise leicht zurückgeschlagen werden.
Laut Legende soll auch die zweite Flotte beim Rückzug von einem Tsunami zerstört worden sein, dadurch wurde der Begriff Kami-kaze (göttlicher Wind) geprägt.

Kublai Khan, Herrscher der Yuan Dynastie
Kublai Khan, Herrscher der Yuan Dynastie

Imjin Krieg 1592 bis 1598

Bis heute ist unbekannt, warum dieser Krieg vom japanischen Shogun Toyotomi Hideyoshi angezettelt wurde.
Hideyoshi war es nach der Sengoku Zeit in Japan gelungen das Reich zu einigen. Trotzdem gab es aber noch viele Gegner im eigenen Land. Eine Theorie ist, dass die Eroberung Chinas in Aussicht gestellt wurde, um die Mächte im Land auf ein anderes Ziel zu bringen. Eine andere Theorie ist, dass es purer Größenwahn von Toyotomi Hideyoshi war und er tatsächlich glaubte China erobern zu können.
Was auch immer die Ursache war, es war von den Kräfteverhältnissen nahezu unmöglich, dass Japan zu dieser Zeit China erobert.

Um nach China zu gelangen, mussten die Japaner zuerst Korea erobern.
Zum Beginn im Jahre 1592 gab es auch große Siege und schnelle Fortschritte für die Samurai aus Japan.
Schnell verlangsamten sich aber die Fortschritte und als die Truppen Chinas eingriffen, konnten die Japaner mit Leichtigkeit zurück gedrängt werden.

Angriff der koreanischen und chinesischen Truppen bei Ulsan
Angriff der koreanischen und chinesischen Truppen bei Ulsan

1597 gab es eine zweite große Invasion durch japanische Kämpfer. Dieses Mal wurden die Truppen noch schneller zurück geschlagen und der Krieg endete mit einer Niederlage für Japan.
Genau wie in den späteren Konflikten gab es in der Auseinandersetzung zahlreche Kriegsverbrechen, vor allem von den japanischen Kämpfern gegen die koreanische Zivilbevölkerung.

Erster Japanisch-Chinesischer Krieg Ende des 19. Jahrhunderts

Der sogenannte “erste Japanisch-Chinesische Krieg” fand 1894 bis 1895 statt. In Japan wurden zuvor in der sogenannten Meiji Restauration das Land und das Militär erneuert.
Das japanische Militär wurde von westlichen Militärberatern ausgebildet und übernahm auch die zu dieser Zeit üblichen Expansionsbestrebungen.

Japan wollte gerne seinen Einfluss im Gebiet vergrößern und mehr Macht über Korea haben.
Korea war bis zu dieser Zeit aus historischen Gründen zwar ein eigenständiges Land, stand aber unter der Kontrolle Chinas.

Dieser Stauts störte die japanische Regierung und aus anfänglich kleineren Auseinandersetzungen entbrannte bald ein Krieg.
Anders als im Imjin Krieg waren die Japaner mit einer fortschrittlichen Flotte in der Lage China direkt an zu greifen.

Darstellung einer Schlacht zwischen Japan und China in japanischem Propagandadruck
Darstellung einer Schlacht zwischen Japan und China in japanischem Propagandadruck

Die japanische Flotte galt zu dieser Zeit als besonders stark. Es gelang Japan auch in zahlreichen Schlachten sich gegen die chinesischen Truppen durch zu setzen.
Korea war leider auch wieder der Leidtragende und ein Teil des Krieges wurde auf koreanischem Gebiet ausgetragen.

Größtenteils wurden die chinesischen Kämpfer von den japanischen Kriegern vernichtend geschlagen. Das wird heutzutage vor allem auf eine schlechte Moral der chinesischen Truppen zurückgeführt und auf fehlende finanzielle Mittel, weil die damaligen Herrscher in China die vorhandenen Mittel geradezu verprassten.

Am Ende des Krieges stand Japan als Sieger da. Es erhielt Taiwan und Inseln um Taiwan herum. Außerdem wurde Korea von China unabhängig und China musste Reparaturzahlungen an Japan zahlen. Die Höhe dieser Zahlung entsprach einem Mehrfachen der kompletten chinesischen Steuereinnahmen aus einem Jahr.

Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg rund um den 2. Weltkrieg

Den Kämpfen zwischen China und Japan im zweiten Weltkrieg ging der zweiten Sino-Japanische Krieg voran, der bereits 1937 begann.
Japan hatte ein Problem damit, dass Russland immer größeren Einfluss in der Mandschurei erlangte. Nach dem Sieg im ersten Sino-Japanischen Krieg war Japan davon ausgegangen, sich großen Einfluss gesichert zu haben. Tatsächlich entstand aber eher eine Art Vakuum, das durch Russland gefüllt wurde.

Nach der großen Welt-Wirtschaftskrise Ende der 1920er hatte Japan finanzielle Probleme und suchte die Lösung erneut in einer Expansionsbestrebung.
Die Mandschurei und China wurden angegriffen, um die Gebiete zu besetzen.
In China herrschte zu dieser Zeit Bürgerkrieg und das Land hatte den Angriffen wenig entgegen zu setzen.

Über immer wieder scheiternde Verhandlungen verärgert, dehnten die japanischen Truppen Ihre Angriffe immer weiter aus. Die chinesische Regierung kapitulierte entgegen den Erwartungen Japans nicht und trotz großer Erfolge des japanischen Militärs zog sich der Krieg über Jahre in verschiedenen Provinzen in China. Japan kontrollierte in dieser Zeit wichtige geografische Bereiche Chinas.

Der ursprünglich Japanisch-Chinesische Krieg ging direkt in den zweiten Weltkrieg über, in dem China ein Verbündeter der Alliierten war. Japan stieg mit dem Angriff auf Pearl Harbor in den Weltkrieg ein. Japan erklärte 1945 nach dem verheerenden Atombomben Angriff auf Hiroshima durch die USA seine Kapitulation.

Rückkehr chinesischer Einwohner nach dem Krieg
Rückkehr chinesischer Einwohner nach dem Krieg

Die zuvor besetzten Gebiete fielen wieder unter die Kontrolle Chinas.
Taiwan, das im ersten großen Krieg zwischen Japan und China an Japan abgetreten wurde, war nicht mehr unter japanischer Kontrolle und wurde zur eigenständigen Provinz innerhalb Chinas. Dieser Status führt auch heute noch zu Spannungen zwischen Taiwan und China.

Geschichtlich wurde dieser Triumph in China über viele Jahre aus Propaganda-Gründen ausschließlich Mao Tsedong (auch Mao Tse Tung) und seiner kommunistischen Bewegung zugeschrieben, da diese in vielen Einzelgruppen Widerstand gegen die japanische Besatzung leistete.
Heute zählen aber selbst in China die kommunistische Bewegung nur noch als einer von vielen Faktoren, die zum Sieg über Japan geführt haben.

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