Was bedeutet Rockwellhärte und warum wird die Härte von Klingen in HRC angegeben?

Inhaltsverzeichnis

Welche Messverfahren gibt es für Klingen?

Es gibt unterschiedliche Verfahren für das Messen von Härte.
Durchgesetzt hat sich für Schwertklingen das Rockwell-Verfahren.

Besonderheiten der Rockwell Messung

Für die Rockwell-Messung wird eine Spitze aus Diamant in den Stahl getrieben.
Je tiefer die Spitze eindringt, umso weicher ist der Stahl.
Niedrige Rockwellhärte bedeutet, dass es sich um einen relativ weichen Stahl handelt.
Hohe Härte im Rockwellverfahren bedeutet, dass es relativ harter Stahl ist.
Die Werte-Skala beim Rockwellverfahren reicht von dem Wert 20 bis zum Wert 70.
Die Rockwellhärte kürzt man mit den Buchstaben HR ab. Unterschiedliche Quellen geben als Ursprung für die Buchstaben den Name des Erfinders Hugh M. Rockwell oder Hardness Rockwell an.
Zu der Abkürzung kommt noch ein dritter Buchstabe ergänzt, je nachdem welche Mess-Skala zum Einsatz kommt. Für unterschiedliche Materialien gibt es bei dem Messverfahren unterschiedliche Tabellen. Stahl wird in der C Tabelle gemessen. Die vollständige Abkürzung für die Messung bei Klingen lautet deshalb HRC.

Wieviel HRC sollte eine Schwertklinge haben?

Wie viel HRC überhaupt erreicht werden kann, hängt bei Klingen von dem verwendeten Klingenstahl und der Wärmebehandlung der Klinge ab.
Klassischerweise liegt der Wert zwischen 40 und etwas über 60 HRC.
1045 Kohlenstoffstahl erreicht zum Beispiel eine Härte von ca. 45 HRC.
Edelstahl liegt bei etwas über 50 HRC.
Harter Stahl wie 1095er Kohlenstoffstahl kommt auf Werte von knapp über 60.

Im Zusammenhang mit Härte muss man beachten, dass harte Materialien häufig spröde sind. Ein besonders hoher HRC Wert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass es sich um eine gute Klinge handelt!

Bei Schwertklingen gilt heute eine Härte von um die 60 an der Schneide als guter Wert. Viele historische Schwerter haben aber einen niedrigeren Wert.
Das Messverfahren nach Rockwell hinterlässt sichtbare spuren in einer Klinge. Man misst deshalb nicht jede produzierte Klinge.
Dieses Problem löst man in der Regel so, dass man ein Schwert als Referenz misst und damit die Härte für die komplette Produktion bestimmt.
Gerade bei sehr günstigen Schwertern, bei denen es häufig Abweichungen in der Herstellung gibt, ist der HRC-Wert deshalb eher als ca. Wert zu sehen.

Teile diesen Beitrag:

DIE BELIEBTESTEN PRODUKTE UNSERER KUNDEN